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Forschungsbericht Karl Schöll und Anna Horváth (Sopron) Stand: Januar 2026
Forschungsstand: Januar 2026
Dieser Bericht untersucht das Ehepaar Karl Schöll und Anna Schöll, geborene Horváth, wohnhaft in Sopron (Ungarn), mit dem Ziel, die bekannten Lebensdaten quellenkritisch zu überprüfen, unklare Punkte zu identifizieren und zukünftige Forschungsschritte systematisch vorzubereiten.
Ein weiteres Ziel ist die Strukturierung der vorhandenen Quellen und die Formulierung gezielter offener Forschungsfragen für die zukünftige Arbeit.
Karl Schöll (1878 Sopron – †1914,
Kriegsgefangenschaft)
und
Anna Horvath (1882
Sopron – †1969)
Dieser Bericht untersucht das Ehepaar Karl Schöll und Anna Schöll, geborene Horváth, wohnhaft in Sopron (Ungarn), mit dem Ziel, die bekannten Lebensdaten quellenkritisch zu überprüfen, unklare Punkte zu identifizieren und zukünftige Forschungsschritte systematisch vorzubereiten.
Ein weiteres Ziel ist die Strukturierung der vorhandenen Quellen und die Formulierung gezielter offener Forschungsfragen für die zukünftige Arbeit.
Karl Schöll wurde am 20.02.1878 in Sopron geboren und am 25.02.1878 in der Kirche Sankt Michael in Sopron katholisch getauft.
Er heiratete am 08.08.1903 in Sopron Anna Horváth.
Anna Horváth wurde am 23.05.1882 in Sopron geboren und ebenfalls ind er Kirche Sankt Michael am 28.05.1882 katholisch getauft.
Sie Starb im Dezember 1969.
Aus der Ehe gingen zwei Töchter und drei Söhne hervor, deren Geburten im standesamtlichen Familienregister dokumentiert sind:
Johann Schöll *06.11.1905 in Sopron
Anna Schöll * 08.02.1907 in Sopron
Sandoz Schöll *1911 in Sopron
Karoly Schöll * 1912 in Sopron
Maria Schöll *1914 in Sopron
Alle drei Kinder wurden katholisch getauft.
Es liegt ein Familienregister aus dem Stadtarchiv Sopron vor, das
im Original eingesehen und in Kopie gesichert wurde.
Dieses
Register dokumentiert die Ehe von Karl Schöll und Anna Horváth
sowie die gemeinsamen Kinder.
Das Familienregister ist jedoch nicht vollständig ausgefüllt. Insbesondere fehlen nähere Angaben zu den Eltern der Eheleute, und die Datumsangaben zu den Geburten der Kinder sind teilweise unvollständig oder nur summarisch vermerkt. Die Quelle eignet sich daher vor allem zur Feststellung familiärer Zusammenhänge, weniger zur präzisen Datierung einzelner Ereignisse.
Zur Absicherung der Geburts- und Taufdaten wurden die katholischen Kirchenbücher der Pfarrei Sankt Michael (Sopron) herangezogen. Es handelt sich um Digitalisate von Mikrofilmen, die über FamilySearch zugänglich sind, sowie um eigene Abschriften vom Original, die vor Ort im Stadtarchiv Sopron erstellt wurden.
Konkret genutzt wurde:
Sopron – Anyakönyvek (rk), 1652–1895 – Kereszteltek
1852–1895,
Római Katolikus Egyház, Sopron, Szent Mihály
egyházközség,
FamilySearch, GS 630874 / 4552159, Bild
483,
Abschrift vom Original (12.07.2015).
Diese Kirchenbucheinträge stellen zeitnahe Originalquellen dar und besitzen einen hohen Beweiswert für Geburts- und Taufereignisse.
Ergänzend wurden staatliche Zivilstandsregister über FamilySearch ausgewertet, insbesondere zur Eheschließung des Ehepaares:
Sopron – Állami anyakönyvek, 1895–1911 – Házasultak
1903,
Sopron civil registration office (anyakönyvi
hivatal),
FamilySearch, Film 2347887, Item 2, Bild 393.
Diese Quelle liegt als Digitalisat eines Mikrofilms vor und besitzt einen hohen Beweiswert für das Heiratsereignis. Die Angaben sind grundsätzlich zuverlässig, unterliegen jedoch den für Abschriften typischen Übertragungsrisiken.
Für Karl Schöll liegt ein Eintrag in den Musterungslisten der Stadt Sopron vor:
Katonai nyilvántartási jegyzék, 1872–1904,
Sopron
Hadkiegészít? Parancsnokság,
FamilySearch, Mikrofilm
008521864, Bild 247.
Der Eintrag nennt Karl Schöll unter Angabe seiner Eltern und dient der Identifikation der Person im militärischen Kontext. Die Quelle erlaubt jedoch keine unmittelbaren Rückschlüsse auf tatsächliche Dienstzeiten oder Einsätze, sondern dokumentiert die militärische Erfassung.
Die digitalisierten und indexierten Verlustlisten des Ersten Weltkriegs (bereitgestellt u. a. durch CompGen) wurden auf Einträge zu Karl Schöll überprüft. Dabei fanden sich zwei Namensnennungen „Karl Schöll“. Aufgrund fehlender oder unvollständiger personenbezogener Angaben ist derzeit keine eindeutige Zuordnung zu dem hier untersuchten Karl Schöll möglich.
Diese Quelle ist daher aktuell lediglich als Hinweisquelle zu bewerten.
Eine Feldpostkarte aus dem Jahr 1916, versendet aus einem Kriegsgefangenenlager in Ostsibirien, befindet sich im Familienbesitz und wurde in der Familienbibel aufbewahrt. Die Karte ist an die Schwester Johanna adressiert.
Die Quelle stellt eine private Originalüberlieferung dar und besitzt einen hohen Kontextwert. Eine vollständige Transkription und quellenkritische Auswertung steht noch aus.
Die Familienbibel enthält eine handschriftlich verfasste Familienchronik sowie die erwähnte Feldpostkarte. Sie stellt eine sekundäre Quelle mit hohem familiären Kontextwert dar, deren Angaben jedoch einzeln mit zeitnahen Primärquellen abzugleichen sind.
Die Identität von Karl Schöll als Sohn von Karoly Schöll und Anna Rosenits ist durch die kirchlichen Taufmatriken eindeutig belegt. Die Übereinstimmung von Name, Geburtsdatum (20.02.1878), Geburtsort (Sopron) sowie konfessioneller Zugehörigkeit spricht für eine stabile Identifikation über mehrere Quellen hinweg.
Der Eintrag in der Musterungsliste von 1899 korreliert zeitlich und personell mit dem in den Kirchenbüchern belegten Karl Schöll. Insbesondere die Nennung der Eltern unterstützt die Zuordnung dieses militärischen Verwaltungseintrags zu der untersuchten Person. Die Musterung stellt dabei eine Erfassung dar, nicht jedoch einen Nachweis über einen kontinuierlichen Militärdienst.
Die Eheschließung von Karl Schöll und Anna Horváth am 08.08.1903 ist sowohl durch staatliche Zivilstandsregister als auch durch kirchliche Quellen abgesichert. Die Geburt der fünf Kinder zwischen 1905 und 1914 ist durch das Familienregister sowie ergänzend durch kirchliche Taufmatriken belegt.
Die Abfolge von Eheschließung und Kindergeburten weist auf einen über mehrere Jahre bestehenden zivilen Lebensabschnitt des Ehepaares in Sopron hin. In dieser Phase liegen keine Hinweise auf eine dauerhafte militärische Abwesenheit Karl Schölls vor. Die vorhandenen Quellen widersprechen sich in diesem Punkt nicht, sondern ergänzen sich.
Die militärischen Quellen zu Karl Schöll setzen sich aus unterschiedlichen Quellengattungen zusammen: einer Musterungsliste von 1899, Verlustlisten des Ersten Weltkriegs sowie einer Feldpostkarte aus dem Jahr 1916.
Zwischen dem Musterungseintrag von 1899 und der belegten Kriegsgefangenschaft im Jahr 1916 besteht ein zeitlicher Abstand von mehreren Jahren, der durch zivile Ereignisse (Heirat, Kindergeburten) gefüllt ist. Diese Abfolge entspricht dem historischen Kontext der allgemeinen Wehrpflicht und der späteren Mobilmachung während des Ersten Weltkriegs.
Die Verlustlisten liefern derzeit keine eindeutige Identifikation, da mehrere Personen gleichen Namens aufgeführt sind und entscheidende personenbezogene Merkmale fehlen. Sie können daher bislang nicht als Beweis, sondern lediglich als mögliche Hinweisquellen gewertet werden.
Die Feldpostkarte aus dem Jahr 1916 stellt eine private Originalquelle dar, deren Bedeutung vor allem im familiären und zeitlichen Kontext liegt. Die Aufbewahrung in der Familienbibel sowie die Adressierung an die Schwester Johanna sprechen für eine enge familiäre Zuordnung.
Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Karte jedoch noch nicht vollständig transkribiert und ausgewertet. Ihre genaue Aussagekraft für den militärischen Werdegang und den Verbleib Karl Schölls kann daher erst nach einer detaillierten Analyse bestimmt werden. In der aktuellen Phase dient sie als starker Kontextbeleg, nicht als alleiniger Nachweis.
Das Todesjahr von Karl Schöll wird derzeit mit 1917 angegeben. Eine primäre Quelle, die dieses Datum eindeutig belegt, liegt bislang nicht vor. Die zeitliche Nähe zur belegten Kriegsgefangenschaft lässt einen Zusammenhang vermuten, stellt jedoch noch keinen gesicherten Beweis dar.
Hier zeigt sich ein zentrales Forschungsdesiderat: Die Absicherung des Todesdatums und der Todesumstände durch zeitnahe militärische oder zivile Quellen.
Die bislang vorliegenden Quellen ergeben ein in sich grundsätzlich stimmiges Bild des Lebensverlaufs von Karl Schöll und Anna Horváth. Widersprüche im engeren Sinne liegen derzeit nicht vor; vielmehr bestehen Erkenntnislücken, die aus unvollständigen oder noch nicht ausgewerteten Quellen resultieren.
Die Analyse zeigt deutlich, dass eine vertiefte Auswertung der militärischen Unterlagen sowie der privaten Überlieferungen erforderlich ist, um offene Fragen zu klären und die vorhandenen Annahmen weiter abzusichern oder zu revidieren.
Wann wurde Karl Schöll tatsächlich zum Militärdienst eingezogen?
Lässt sich anhand weiterer militärischer Unterlagen (z. B. Stammrollen, Ergänzungslisten, Gefangenenregister) rekonstruieren, in welchen Einheiten er diente?
Besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Musterungseintrag von 1899 und der späteren Kriegsgefangenschaft im Ersten Weltkrieg?
In welchem Kriegsgefangenenlager in Ostsibirien befand sich Karl Schöll konkret?
Gibt es Lagerlisten, Sterberegister oder internationale Kriegsgefangenenakten (z. B. Rotes Kreuz), die seinen Verbleib dokumentieren?
Lässt sich das Todesjahr 1917 durch eine Primärquelle (militärisch oder zivil) absichern?
Lassen sich die in den Verlustlisten Österreich-Ungarns genannten Personen namens „Karl Schöll“ eindeutig voneinander unterscheiden?
Können Alter, Herkunftsort, Angehörige oder militärische Einheit zur eindeutigen Identifikation herangezogen werden?
Ist eine der Nennungen dem hier untersuchten Karl Schöll zuzuordnen oder müssen beide ausgeschlossen werden?
Vollständige Transkription und Übersetzung der Feldpostkarte
Klärung des Absenderkontexts (Ort, Einheit, Lager)
Untersuchung der genannten Personen (insbesondere der Schwester Johanna) zur Absicherung der familiären Zuordnung
Vergleich mit weiteren familiären oder militärischen Quellen
Existieren Sterbeeinträge in zivilen Registern (Sopron oder Nachfolgebehörden)?
Gibt es Nachlassakten, Witwen- oder Waisenunterlagen für Anna Schöll?
Sind Meldeunterlagen oder Steuerlisten erhalten, die den Aufenthaltsort der Familie während des Krieges belegen?
Können die lückenhaften Angaben im Familienregister durch Einzelgeburtsurkunden ergänzt werden?
Lassen sich Taufpaten, Wohnadressen oder Berufsangaben der Eltern aus den Kirchenbüchern erschließen?
Gibt es Hinweise auf spätere Migration einzelner Kinder (insbesondere Maria Schöll)?
Wann und von wem wurde die handschriftliche Familienchronik verfasst?
Welche Angaben lassen sich durch zeitnahe Primärquellen bestätigen?
Enthält die Familienbibel weitere bislang nicht ausgewertete Hinweise (Daten, Namen, Orte)?
Dieser Forschungsbericht dokumentiert den aktuellen Stand der Untersuchung zum Ehepaar Karl Schöll und Anna Schöll, geborene Horváth. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern dient als strukturierte Arbeitsgrundlage, um die weitere Forschung gezielt, quellenkritisch und nachvollziehbar fortzuführen.
| Besitzer des Originals bzw. der Vorlage | Jasmin Riegler |
| Datum | 1 Dez 2026 |
| Verknüpft mit | Anyakönyvek (Kirchenbücher) der römisch-katholischen Pfarrei St. Michael in Sopron, 1652-1895: Taufregister 1852-1895; Állami anyakönyvek (Staatliche Zivilstandsregister) der Stadt Sopron, 1895–1911: Házasultak 1903 ápr.-dec. (sz. 41-195), 1904 jan.-aug. (sz. 1-143); Anna HORVÁTH; Karl SCHÖLL |
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